Blutbild
Im Rahmen eines normalen Checkups solltest du jährlich ein Blutbild anlegen lassen.
Sollte sich nicht grundlegend etwas an deinem Lebensstil geändert haben wie z. B. mehr oder weniger Sport, oder gesundheitliche Beschwerden dazugekommen sein, ist 1 x im Jahr vollkommen ausreichend.
Wir fassen hier alle Werte zusammen, die du überprüfen lassen solltest. Nicht jeder Wert wird standardmäßig erfasst und müssen daher ggf. explizit beim Arzt angefordert werden. Natürlich ersetzen unsere Hinweise ausdrücklich keine ärztliche Meinung und sind generell nicht als medizinische Beratung under Therapie zu betrachten.
Vitamin D - Voraussetzung für die Herstellung von Vitamin D im Blut ist, dass genügend UV-Strahlen die Haut erreichen. Der Wert ist in vielen Fällen zu niedrig, da wir auf natürlichem Wege nicht genug Vitamin D aufnehmen z. B. aufgrund von Sonnenschutz, der die Aufnahme von Vitamin D über die Haut blockiert.
Vitamin K2 - Hierbei sollte beachtet werden, dass K2 in der Darmflora eines Menschen hergestellt wird. Die Darmflor ist jedoch bei jedem Menschen unterschiedlich und daher ist davon auszugehen, dass wir K2 in unterschiedlichen Mengen selbst im Körper produzieren. Aus diesem Grund ist eine Bedarfsangabe schwierig zu erstellen.
Um einschätzen zu können, ob deine Schilddrüse gut funktioniert und dein Stoffwechsel entsprechend fleißig läuft, ist die Messung von fT3 und fT4 sehr aufschlussreich. Insbesondere, wenn du eine Schilddrüsenunterfunktion oder Hashimoto hast (oder den Verdacht darauf), solltest du auch unbedingt Vitamin D und Jod messen lassen.
Magnesium - wird zu 99 % in den Knochen und der Skelettmuskulatur gespeichert, also ist in den Zellen gebunden. Nur etwa 1 % zirkuliert im Blut. Ein zu hoher oder zu niedriger Wert bedeutet gleichzeitig, dass auch der Wert in den Zellen betroffen ist. Es gibt die Möglichkeit eine intrazelluläre Magnesiummessung durchzuführen, um die Situation in den Zellen darzustellen. Diese Option ist jedoch die teurere Variante und dein Arzt wird entscheiden, ob er dies für notwendig sieht.
Ferritin (Eisenspeicher) - Frauen haben häufig durch die Menstruation keinen optimalen Eisenspeicher. Daher sollte der Wert auch gecheckt werden.
Insulin - Dieser Wert sollte immer nüchtern gemessen werden. Bei Frauen ist der Wert zudem zyklusabhängig und wird durch die Hormone beeinflusst.
Cholesterin (HDL, LDL) - HDL ist das gute Cholesterin und LDL das schädliche. Sollte der Cholesterinwert erhöht sein, macht es daher Sinn zu schauen, welcher der beiden Werte erhöht ist. Der HDL Wert sollte möglichst hoch sein. Je höher desto besser. Es ist auch deshalb wichtig, alle Blutfettwerte bestimmen zu lassen, da es sein kann, dass selbst bei niedrigem Gesamtcholesterin der LDL-Anteil krankmachend erhöht ist.
Triglycderide sind insbesondere im Verhältnis zu dem HDL-Cholesterin interessant und sollten daher gemessen werden.
Leberenzyme (Gamma GT, GPT, GOT) - Erhöhte Leberwerte können u. a. auf eine Fettleber hinweisen oder durch Medikamenteneinnahme bzw. Alkoholkonsum verursacht werden. Dies sind einige der häufigsten Gründe für veränderte Werte.
Nierenwerte - Kreatin ist der Standardparameter und in den meisten Fällen vollkommen ausreichend. Sportler sollten bevorzugt den Cystatin C Wert prüfen. Der Standardwert, nämlich Kreatinin, ist bei Sportlern häufig durch erhöhte Muskelmasse oder Kreatinin als Nahrungsergänzungsmittel im oberen Normbereich oder knapp drüber und wird daher häufig missinterpretiert. Der Nierenparameter Cystatin C ist unabhängig von der Muskelmasse.
Harnstoff - Dieser Wert sagt aus, ob der Eiweißstoffwechsel in deinem Körper funktioniert.
Harnsäure - Dabei handelt es sich um ein Produkt aus dem Abbau von Zellkernen. Der Wert kann z. B. auch nach einer längeren Fastenzeit erhöht sein und zeigt in diesem Fall an, dass sich der Körper entschlackt. Das nennt man auch Autophagie.
Omega 3 Index - Bei den Omega 3 Fettsäuren gibt es viele verschiedene Messungen. Viele sind schlecht interpretierbar oder veraltet. Wir empfehlen die Messung des modernen und aussagekräftigen Omega 3 Index.
Insbesondere durch hormonelle Verhütung ist das Hormonumfeld vieler Frauen heutzutage leider durcheinander. Daher macht häufig der Test von Progesteron, Östrogen, Testosteron, Cortisol und DHEA Sinn. Um einen belastbaren Wert zu erhalten, empfehlen wir (bei einem "normalen" Zyklus die Messung der Hormone im Speichel am 21. Zyklustag. Während oder nach den Wechseljahren ist die Messung des Progesterons noch spannender, aber nicht mehr an einen bestimmten Tag gebunden.
Wenn es dir lieb ist, kannst du zusätzlich noch ein Aminogramm machen lassen. In Verbindung mit einem ausführlichen Blutbild weißt du dann, welche die Stellschraube des Abnehmens sein könnte, die deine Abnahme behindert.
Wenn du den Verdacht auf einen Mangel hast, kannst du natürlich auch noch deutlich mehr messen lassen. Beispielsweise:
Zink
Jod
Kalium
Calcium
Natrium
Gesamteiweiß
Kupfer
Falls du dich zu den typischen Kosten einer Messung der Blutwerte informieren magst, kannst du als Beispiel hier klicken.
Schaue dir dazu auch diesen spannenden Beitrag zum Them Wechseljahre an.
Zum Thema Blutbild haben wir ein sehr spannendes Interview von Patric mit Dr. Torsten Albers in seinen Podcasts: https://www.patric-heizmann.de/podcasts/
Bitte bedenke aber, dass wir zu Laborwerten keine Beratung geben können. Zwar können wir sicher einiges zu vielen Laborwerten sagen, finden das aber auf pauschaler Basis über das Internet nicht verantwortungsvoll. Du bist nicht nur durch deine Blutwerte, Hormonverhältnisse und Diagnosen definiert, sondern befindest dich in einer ganz individuellen Lebenslage und gesundheitlichen Situation. Bitte verstehe also, dass wir keine medizinische Beratung machen können und dürfen.